06.02.2017 / Allgemein / /

Gemeindeabstimmungen vom 12. Februar 2017

NEIN zum Gegenvorschlag zur Initiative „Bezahlbar wohnen in Köniz“  /
JA zu Erweiterung Schulanlage Liebefeld Hessgut und Erweiterung und
Sanierung S
chulanlage Spiegel   /  

Motion Mitte-Fraktion: Eine Wohnbaustrategie für die Gemeinde Köniz.


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Am nächsten Sonntag, 12. Februar stimmen wir in der Gemeinde Köniz über drei Vorlagen ab.

NEIN zum Gegenvorschlag zur Initiative „Bezahlbar wohnen in Köniz“
Die Idee, von Seiten der Gemeinde für Menschen, die es nötig haben, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist zwar gut, der hier vorliegende Gegenvorschlag ist allerdings das völlig falsche Instrument dazu. Die Vorgabe an Inverstoren, kostengünstige Wohnungen zu erstellen, ist ein Eingriff in das private Eigentum, das die Inverstoren abhalten wird, in Köniz Wohnraum zu erstellen. Zudem ist durch den Gegenvorschlag keineswegs sicher gestellt, dass wirklich bedürftige Menschen die kostengünstigen Wohnungen erhalten werden.

JA zu Schulanlage Liebefeld Hessgut – Erweiterung / Schulanlage Spiegel – Erweiterung und Sanierung
Der Sanierungsbedarf der beiden Schulanlagen ist evident und es ist nötig, in die zukünftige Bildungsinfrastruktur zu investieren.

 

Motion Mitte-Fraktion: Eine Wohnbaustrategie für die Gemeinde Köniz
Toni Eder hat namens der Mitte Fraktion eine Motion eingereicht, welche die Erarbeitung einer Wohnbaustrategie fordert. Dies als Alternative zum schädlichen Gegenvorschlag zur SP-Initiative.
Antrag
Der Gemeinderat erarbeitet eine Wohnbaustrategie für die Gemeinde Köniz. Die Wohnbaustrategie gibt insbesondere auf folgende Fragen Antwort:

  • Welcher Bedarf nach Wohnraum besteht bei welchen soziodemografischen Gruppen und in welchen Ortsteilen?
  • Durch welche Massnahmen kann dieser Bedarf gedeckt werden? Neben der Erstellung von Wohnraum ist dabei auch auf Aspekte wie die Bereitstellung weiterer für den Alltag benötigter Infrastrukturen oder Dienstleistungen einzugehen.
  • Welche formellen und informellen Instrumente stehen der Gemeinde zur Verfügung, um auf eine Erstellung des benötigten Wohnraums und die Umsetzung der weiteren Massnahmen hinzuwirken? Dabei soll der Schwerpunkt auf Instrumenten liegen, die keinen Zwang auf Private ausüben (bspw. Anreize, Information, Sensibilisierung) und marktkompatibel sind.

Begründung
Das Thema Wohnraum steht immer wieder auf der politischen Agenda der Gemeinde Köniz.
Insbesondere für ältere Personen und Familien mit Kindern ist es oft eine Herausforderung, geeignete, finanzierbare Wohnungen zu finden. Die Gemeinde hat verschiedene Möglichkeiten, um die Situation zu verbessern, und befasst sich daher regelmässig mit einzelnen Bauprojekten unterschiedlicher Grösse sowie mit einzelnen Instrumenten, mit denen auf den Wohnbau Einfluss genommen werden kann. Was ihr jedoch fehlt, ist eine Strategie, die in umfassender Weise Ziele, Handlungsbedarf und zu ergreifende Massnahmen darstellt und so den einzelnen politischen Geschäften und Vorschlägen einen Rahmen gibt. Diese Strategie soll nach Ortsteil differenziert sein und eine übergeordnete Sicht bei der Umsetzung künftiger Wohnbauprojekte ermöglichen.

Eine grosse Herausforderung liegt darin, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen. Gerade ältere Einwohnerinnen und Einwohner, die in Einfamilienhäusern oder grossen Wohnungen wohnen und offen für einen Wechsel in eine kleinere Wohnung sind, bekunden Mühe, eine solche zu finden.

Gefragt sind dabei insbesondere Wohnungen, die von Ihrer Lage her alltagstauglich (u. a. Einkaufen, sozialer Austausch) sowie funktional (u. a. hindernisfrei), aber nicht unbedingt von hohem Ausbaustandard sind. Mit der künftig steigenden IT-Affinität auch unter Senioren und Seniorinnen liegt mittelfristig zudem ein Potenzial in der Bereitstellung von Online-Dienstleistungen für Wohnlagen, an denen bspw. Einkaufsinfrastrukturen nicht ohne Weiteres bereitgestellt werden können. Ob die Gemeinde hier eine koordinierende Funktion übernehmen kann, bspw. mit der Köniz-App, ist zu prüfen.

Die Frage nach altersgerechtem Wohnraum wird sich auS demografischen Gründen immer öfter stellen. Wenn es gelingt, hierauf Antworten zu finden, liegt darin aber die Chance für grosse Verbesserungen der Wohnsituation weiter Teile der Bevölkerung: sowohl für ältere Personen selbst als auch für Familien, für die vermehrt Wohnraum verfügbar wird. Daher ist auf diese Frage in der Wohnbaustrategie besonderes Augenmerk zu legen.